Gin statt Kölsch 1: Sünners Dreigestirn

Verpflichtet Tradition? Sünner, der Kölner Familienbetrieb auf der Schälsick braut und brennt seit 1830. Und ist der Vorreiter der Kölner Gins: Mit seinem Sünner Dry Gin No. 260 (die Zahl steht für die Hausnummer an der Kalker Hauptstraße) hat Sünner eine dreifach destillierte kräftige Wacholder-Bombe auf dem Markt. Und wir in der Blindverkostung der Köln Gins im Glas.

Bereits in der Nase ist der Wacholder kräftig, wirkt aber frisch, gefolgt von leichten Lavendel und Zitrusaromen. Am Gaumen verliert sich die Frische, leichte Süße begleitet eine deutliche Schärfe. Mächtiger Wacholder: Nichts mit floral, kaum weitere Kräuter- und fruchtige Noten. Der 260 ist ein sehr traditioneller, fast schon brachial-wuchtiger Gin.

Alkohol: 43 % alc. vol.

Preis/Liter: ca 29 €/l

Bewertung und Empfehlung: In der Blindverkostung konnte er im Vergleich zu den anderen Gins nicht mithalten. Doch das Preis/Leistungsverhältnis ist unschlagbar. Besonders für alte Cocktailrezepte bringt er genau die richtige traditonelle Note in den Drink.

Während viele regionale Gins bei der New Western oder London Dry Variante blieben, kam von Sünner schon eine Adaption des Navy Strength Gins: Hinter dem Wortspiel Sinner Strength verbergen frische Wacholderbeeren und Noten von Lavendel, Zitrone und Bitterorange, die Paradieskörner aus der kalten Mazeration machen den “Sünder” überraschend trinkbar. Auch er bringt frische, kräftige Wacholdernoten in die Nase. Die alkoholische Schärfe ist gut eingebunden. Dabei helfen Zitrusaromen und angenehm zurückhaltende fruchtige Aromen. Am Gaumen ist es ein wunderbar trocken und knackiger Gin.

Alkohol: 57 % alc. vol.

Preis/Liter: ca 43 €/l

Bewertung und Empfehlung: Sowohl in der Blindverkostung in der Kaffeebar als auch mit Alex von kostreich.de wurde der Sinner Strength nicht als “stärkster” im Set bewertet. Eine gute Alternative, wer einmal jenseits der üblichen New Western oder Dry Gin Varianten ginnieren will.

Der dritte im Bunde und er jüngste Gin aus dem Hause ist der Diamant(nicht wundern, die kleinen Flaschen haben (noch) nicht das blaue Diamant-Design wie die 700ml-Größe): Hier sorgen Essenzen von Himbeere, Pfirsich, Hibiskus, Eberesche, Bergamotte und Orangenblüten für ein polarisierendes Gin-Erlebnis. In der Kaffeebar ließ ich unter anderen den Diamant blind verkosten. “Der ist super!” – “Das ist doch kein Gin!” Große Uneinigket mit Leidenschaft. In der Nase paaren sich Wacholder und vor allem die Pfirsichnote. Dahinter folgt die Himbeere. Beim ersten Schluck überraschen Schärfe und extreme Frucht (und das macht aus der Schärfe einen gelungener Gegenpol).

Alkohol: 47 % alc. vol.

Preis/Liter: ca 43 €/l

Bewertung und Empfehlung: Die extremen Fruchtaromen polarisieren, machen den Diamant aber zu einer spannenden Variante in der Gin-Sammlung. Und dank eines Experiments nach der Blindverkostung können wir sagen: “Der Diamant macht einen Gin & Tonic mit Schweppes erträglich!”

edelknall hat mit Alex vom Spezialitäten-Handel kostreich.de sowie mit Massimo und Gin-interessierten Gästen der Kaffeebar Köln Kölner Gins (blind) verkostet. Das Ergebnis veröffentlichen wir täglich hier. Die Übersicht hat Viva Culinaria.

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